Buchempfehlungen
für Paris
Das Leben des Vernon Subutex
Wer ist Vernon Subutex? Eine urbane Legende, der letzte Zeuge einer Welt von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. Einer, mit dem unsere Zeit es nicht gut meint und der trotzdem für eine ganze Generation steht. Ein grandioses Sittengemälde unserer Zeit.
Es gibt zwar einige Romane über abgehalfterte Plattenladenbesitzer, Musiker und DJs, doch das ganze in Paris hat natürlich seinen besonderen Charme. Jeder, der aus dem Business kommt, hat mit Sicherheit die eine oder andere Champagner geschwängerte, vernebelte Situation erlebt.
Jonas Imbery
Giovanni's Room
Der Amerikaner David lernt in Paris den Barkeeper Giovanni kennen. Während seine Verlobte durch Spanien reist, findet er sich plötzlich in Giovanni's Wohnung wieder und mit seiner unterdrückten Homosexualität konfrontiert.
1950’s Paris a young man explores his sexuality while torn between desire and conventional morality. The book navigates the social isolation, self-loathing and confusion that many on the fringes of society can feel. But really all you need to know is that it was crafted by the magnificently brilliant Baldwin; each page is a miracle of writing.
Melissa Unger
Der Fetzen
Philippe Lançon überlebt den Anschlag auf die Charlie Hebdo Redaktion geradeso. In „Le lambeau" tritt er gegen Tod an und sucht seinen Weg zurück in ein Leben, das keine Normalität mehr kennt.
Johanna Adorján
Die Alte
Politisch inkorrekt, selbstironisch und ein wenig staatsverdrossen nutzt eine Übersetzerin ihren Job bei Gericht, um in den Drogenhandel einzusteigen.
Paris und die Alte und die Alte in Paris, die gar nicht so alt ist und vor allem wahnwitzig klug und lustig. Patience Portefeux ( allein der Name ! ) übersetzt für das Pariser Drogendezernat abgehörte Telefongespräche aus dem Arabischen ins Französische, bis ihr selbst eine Idee kommt - sie steigt in das business ein. Und am Rande erfährt man ihre Lebensgeschichte, die nicht minder absurd und amüsant ist. Mit Patience durch Paris. Unbedingte Leseempfehlung.
Anna Kuen
Der Mann, der den Zügen nachsah
Nach dem Bankrott seiner Firma entdeckt Kees Popinga, dass er eigentlich nicht für das gesellschaftliche Leben von Groningen geschaffen ist. Von da an lebt er sein Leben, verachtet alle gesellschaftlichen Konventionen und macht sich, seine Familie im Unwissenheit lassend, nach Paris auf.
Der Absturz eines braven Mannes, eines meiner Lieblingsthemen. Das meiste passiert im Pariser Rotlichtviertel der 30er Jahre.
Gegen den Strich
Das spektakuläre Gegengift zum Naturalismus. Sein Held ist der dekadenteste Dandy des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Mark Harrington
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Das monumentale Romanwerk des 20. Jahrhunderts, ein literarisches Universum, Spiegel der Welt, von Paris und der Literatur.
Earlier rendered as Remembrance of Things Past – it will always remain the ultimate experience of “now” in time and space – and the image I will have of Paris. This has always been my go-to-answer to the question of one item I would take with me to a desert island, as I could pretend the 7 volumes are indeed just one object, and I will also obviously be able to take the whole universe there with me, as this is a micro- and macrocosm of life painted through words. It teaches you to pay attention and to look at things in a different way. I make it my daily exercise to observe my surroundings as I would read about it in Proust.
Olka Osadzińska
Warum gibt es keine Zigaretten beim Gemüsehändler
"L'infra-ordinaire" ist eine Sammlung an kleinen, posthum veröffentlichten Texten des französischen Autors Georges Perec.
Mercedes Lauenstein
Paris, ein Fest fürs Leben
Hemingways letztes Buch "A Moveable Feast" führt zu seinen Anfängen in Paris zurück: Es ist eine Feier des Lebens und des Schreibens, ein Erinnerungsbuch voll jugendlicher Kraft und melancholischem Humor.
Gloria von Bronewski
Die siebte Sprachfunktion
Ein akademischer Krimi im intellektuellen Paris. Platzhirsche wie BHL, Roland Barthes, Umberto Eco und Julia Kristeva inklusive.
Anaïs Hüttenbrink
Unterwerfung
Der umstrittene Roman provoziert zum Nachdenken und fesselt durch kalte Intelligenz. Die Zukunftsvision von einem moderaten Islam an der Spitze Frankreichs nimmt der Held in seinem Verlangen nach Erlösung und Unterwerfung glücklich an.
Das Pariser Bistro
Eine Reise durch die Welt der Bistros, den öffentlichen Ort zwischen Nähe und Distanz, dem Theater des Pariser Lebens.
Karte und Gebiet
Eine nihilistische Thematisierung der Sinnentleerung des kapitalistischen Kulturbetriebs in Paris.
Rayuela. Himmel und Hölle
Himmel und Hölle. Ein weltumspannender Erzählteppich, der in Paris seinen Lauf nimmt.
In den besten Jahren
Eine ganze Epoche des geistigen Paris.
La Haine
24 Stunden im trostlosen Leben von drei Jugendlichen aus der Pariser Vorstadt, deren Welt von Gewalt, Drogen und Schikanen durch die Polizei geprägt ist.
All das zu verlieren
Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Montmartre. Sie reisen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden und will Objekt sein.
Stille Tage in Clichy
Der unsterbliche Henry Miller als Prophet und Moralist auf unbeschwerter Schürzenjagd. Eine Geisterbeschwörung des Paris der dreißiger Jahre vom „obszönsten Schriftstellers der Weltliteratur“,
Der Panther
Der Panther ist ein Dinggedicht von Rainer Maria Rilke, das zwischen 1902 und 1903 entstand. In drei Strophen wird ein hinter Gitterstäben gefangener Panther beschrieben, wie er in der Menagerie im Pariser Jardin des Plantes ausgestellt wurde.
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.
Rainer Maria Rilke